Was Wanderer und Naturfreunde jetzt wissen müssen

Die aktuelle Wetterlage in Bayern gibt Anlass zur ernsthaften Vorsicht. Der Hochsommer hat den Freistaat fest im Griff, die Temperaturen klettern seit Tagen in extreme Höhen, und Niederschlag ist kaum in Sicht. Was das für Bayerns Wälder bedeutet, ist dramatisch: Der Deutsche Wetterdienst meldet aktuell für weite Teile Bayerns die Waldbrandgefahrenstufe vier von fünf, also die zweithöchste Warnstufe. Besonders betroffen ist derzeit die Region Franken, aber auch im restlichen Freistaat wird mindestens Stufe drei gemeldet. Für kommende Tage wird erwartet, dass in deutlich mehr als der Hälfte Bayerns Stufe vier erreicht wird.

Die Regierung von Mittelfranken hat die Lage so ernst genommen, dass sie für das vergangene Wochenende Beobachtungsflüge angeordnet hat, die gezielt in den Nachmittagsstunden stattfanden, wenn die Waldbrandgefahr erfahrungsgemäß am höchsten ist. Die offizielle Warnung ist klar formuliert: Bereits kleinste Zündquellen können ausreichen, um Brände zu verursachen. Das ist keine leere Floskel, denn ausgetrocknetes Unterholz, dürres Gras und die fehlende Bodenfeuchte schaffen ideale Bedingungen dafür, dass ein Funke genügt, um einen Flächenbrand auszulösen, der sich innerhalb von Minuten unkontrolliert ausbreitet.

Den tagesaktuellen Waldbrandgefahrenindex für alle bayerischen Stationen stellt der Deutsche Wetterdienst unter wettergefahren.de bereit. Dort lässt sich vor jeder Wanderung nachschauen, wie die konkrete Lage im Zielgebiet eingestuft ist.

Was ist verboten und wo steht es

In Bayern gilt grundsätzlich das Bayerische Waldgesetz (BayWaldG) sowie das Bayerische Naturschutzgesetz (BayNatSchG). Hinzu kommen bundesweite Regelungen im Bundeswaldgesetz (BWaldG). Die wichtigsten Verbote im Überblick:

Offenes Feuer im Wald und in einem Abstand von weniger als 100 Metern zum Waldrand ist vom 1. März bis zum 31. Oktober eines jeden Jahres grundsätzlich verboten. Dies ist in Paragraph 9 des Bundeswaldgesetzes geregelt und wird durch die jeweiligen Landesgesetze ergänzt und teils verschärft. In Bayern konkretisiert das Bayerische Waldgesetz dieses Verbot und stellt Zuwiderhandlungen unter Bußgeld, das je nach Schwere des Verstoßes mehrere tausend Euro betragen kann.

Das Rauchen im Wald ist im gleichen Zeitraum ebenfalls verboten. Wer eine Zigarette im Wald oder in unmittelbarer Waldnähe anzündet, handelt ordnungswidrig.

Das Wegwerfen von Glasschrott, Flaschen oder anderen lichtbrechenden Materialien im Wald ist verboten, da Glasscherben durch Sonneneinstrahlung als Brennglas wirken und Brände auslösen können.

Fahrzeuge dürfen nicht auf Waldwegen geparkt werden, wenn dadurch ein Brandeinsatz behindert werden könnte. Auch das Befahren von Waldwegen mit Kraftfahrzeugen ohne berechtigten Grund ist nach dem BayWaldG untersagt.

Bei besonders hoher Waldbrandgefahr, also ab Stufe vier oder fünf, können die zuständigen Behörden darüber hinaus lokale Betretungsverbote für bestimmte Waldgebiete erlassen. Diese werden in der Regel über die Gemeinden, lokale Medien und die Webseiten der jeweiligen Regierungsbezirke kommuniziert.

Was Wanderer jetzt konkret beachten sollten

Wer in den nächsten Wochen in Bayerns Wälder und das Alpenvorland aufbricht, sollte den Waldbrandgefahrenindex täglich vor dem Start prüfen. Bei Stufe vier und fünf empfiehlt es sich ernsthaft, Waldwanderungen zu meiden oder zumindest auf die frühen Morgenstunden zu verlegen, da die Gefahr mittags und nachmittags am größten ist.

Grillen auf mitgebrachten Einweggittern oder offenen Feuern ist auch an scheinbar geeigneten Stellen im Freien strengstens zu unterlassen. Wer einen Brandherd entdeckt, sollte sofort die 112 anrufen und möglichst genaue Ortsangaben machen, denn jede Minute zählt.

Fazit:

Die aktuelle Lage in Bayerns Wäldern ist ernst und sollte von Wanderern, Ausflüglern und Naturliebhabern nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die Kombination aus extremer Hitze, fehlendem Niederschlag und ausgetrocknetem Waldboden macht den Freistaat dieser Tage besonders anfällig. Wer die geltenden Regeln kennt, sich informiert und verantwortungsbewusst verhält, trägt dazu bei, dass Bayerns Wälder den Sommer unbeschadet überstehen.

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