Wir hatten uns heute für eine Tour entschieden, die ganz unten im Tal spielt – dort, wo die Landschaft weit wirkt und der Winter sich still über die Flächen legt. Schon nach den ersten Schritten wurde klar, wie besonders diese Runde ist: Die Wege führen mitten durch das Naturschutzgebiet Kendlmühlfilzen, ein Stück Moorlandschaft, das selbst im Winter seine eigene Ruhe ausstrahlt. Der Moorrundweg zieht sich wie ein leiser Pfad durch die weiße Weite, während der Moorerlebnisweg kleine Stationen bereithält, an denen man mehr über das Gelände erfährt.
Über kurze Abstecher erreicht man den Aussichtsturm und später die Aussichtsplattform – beides Orte, an denen man einfach stehen bleibt, weil der Blick über das Moor so weit und friedlich ist. Und bevor man wieder Richtung Grassau zurückkehrt, wartet noch ein kleines Highlight: der Rottauer Wasserfall. Halb zugefroren, halb rauschend, wirkt er im Winter fast wie ein stiller Fremder im Wald. Gleich daneben steht ein kleines Häuschen, der sogenannte „Sandkasten“. Früher war er Teil der alten Aufschlagwasserleitung. Die Infotafel verrät mehr, und wer mag, bleibt einen Moment und liest nach, wie hier früher Wasser gelenkt und genutzt wurde.
Wer in den wärmeren Monaten unterwegs ist, kann unterwegs noch einen Abstecher ins Museum „Salz & Moor“ einplanen – von Mai bis Oktober erfährt man dort noch mehr über die Geschichte des Moores. Und gleich nebenan gibt es ein kleines Café, das mit hausgemachtem Kuchen lockt.
Unsere Runde begann direkt an der Tourist-Information in Grassau. Von dort führt der Weg erst über die Straße und ein kurzes Stück entlang der B305, bevor wir in die stilleren Gassen der Niederfeld- und Moosbacher Straße eintauchten. Schon bald erreichten wir das Naturschutzgebiet, folgten den Holzschildern des Moorrundwegs und ließen das leise Knirschen des Schnees hinter uns widerhallen. Nach einem Stück trennten wir uns vom Rundweg, liefen über die kleine Teerstraße weiter und bogen in den Hacklweg ein, der uns schließlich zum Moorerlebnisweg brachte.
An seinem Beginn wird die Landschaft noch einmal weiter, bevor wir uns zur Straße orientierten, die uns über die Bundesstraße hinweg in den Wald führte. Dort oben liegt der Weg zum Rottauer Wasserfall, eingebettet zwischen hohen Bäumen und stillen Schneeflächen. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es denselben Weg zurück, bis wir wieder die Abzweigung erreichten, die uns oberhalb am Museum entlang leitete.
Zurück in Grassau folgten wir den schmalen Straßen bis zur Hauptstraße und standen schließlich wieder an unserem Ausgangspunkt. Eine einfache Runde, aber voller kleiner Wintermomente, die den Tag still und schön gemacht haben.
Hier geht es zum 360° Video der Wanderung. Moorrundweg & Wasserfall
Weitere Infos auf der Seite von Chiemsee und Alpenland
