Anreise von München nach Unterammergau
Es war ein milder Morgen in München, als wir uns auf den Weg nach Unterammergau machten – einem kleinen, idyllisch gelegenen Ort in den Ammergauer Alpen, etwa eineinhalb Autostunden südwestlich der bayerischen Landeshauptstadt. Die Wettervorhersage kündigte leicht wechselhaftes Wetter an, aber wir waren guter Dinge. Die Rucksäcke waren gepackt, die Kameraausrüstung bereit, und der Akku der Drohne war voll geladen.
Die Fahrt verlief ruhig. Über die A95 ging es zunächst Richtung Garmisch-Partenkirchen, dann weiter über kleinere Straßen durch wunderschöne oberbayerische Landschaften. Schon unterwegs beeindruckte uns die malerische Kulisse: sanfte Hügel, sattgrüne Wiesen und am Horizont die ersten Vorboten der Alpen.
Parkplatz an der Schleifmühle – unser Ausgangspunkt
In Unterammergau angekommen, folgten wir der Beschilderung zum Parkplatz an der Schleifmühle, direkt am sogenannten „Liftweg“. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig – hier lohnt es sich unbedingt, die EasyPark-App zu verwenden. Wer häufiger wandert oder die Zeit in der Natur gerne ausdehnt, weiß es zu schätzen: Mit der App lässt sich die Parkdauer bequem verlängern oder auch verkürzen, ohne zum Auto zurückkehren zu müssen.
Ein kleiner Hinweis für alle, die es eilig haben: Der Automat vor Ort funktioniert zwar zuverlässig, aber gerade an Wochenenden kann es zu kurzen Wartezeiten kommen, wenn viele Besucher gleichzeitig ihre Tickets lösen möchten. Mit der App spart man sich dieses Problem komplett.
Erste Etappe: Von der Schleifmühle zur Schleifmühlenklamm
Vom Parkplatz aus machten wir uns zunächst auf den kurzen Weg zur Schleifmühlenkapelle. Der Weg dorthin ist gut ausgeschildert, breit und angenehm zu gehen. Nach wenigen Minuten gelangten wir zur Kapelle, die still und in sich ruhend am Waldrand steht – ein schöner Platz, um kurz innezuhalten, die Umgebung auf sich wirken zu lassen und sich mental auf die bevorstehende Wanderung einzustimmen.
Von dort aus führt der Weg nach rechts – hinein in die Schleifmühlenklamm. Schon nach wenigen Metern spürt man, dass man sich an einem besonderen Ort befindet. Die Luft wird kühler, feuchter, erfüllt vom leisen Rauschen des Wassers und dem Zwitschern der Vögel. Der Weg schlängelt sich entlang eines munteren Bachs, der sich über zahlreiche kleine Wasserfälle und Kaskaden seinen Weg ins Tal bahnt. Immer wieder führen kleine Brücken über den Bach, ermöglichen neue Perspektiven und lassen einen tief in die Schönheit der Natur eintauchen.
Die Klamm ist nicht besonders lang, aber landschaftlich ausgesprochen reizvoll. Das Gestein ist moosbewachsen, das Wasser glasklar, und das Licht fällt in sanften Strahlen durch das dichte Blätterdach. An vielen Stellen lohnt es sich, innezuhalten, Fotos zu machen oder einfach nur die Atmosphäre zu genießen.
Weiter Richtung Steckenbergkreuz – der stille, anspruchsvolle Abschnitt
Nachdem wir die Klamm durchquert hatten, ging es weiter in Richtung Steckenbergkreuz. Dieser Teil der Wanderung war deutlich ruhiger – wir begegneten kaum anderen Wanderern, was die Erfahrung umso intensiver machte. Der Weg wurde schmaler, die Geräusche der Klamm verstummten langsam, und wir fanden uns in einem dichten Wald wieder, der uns mit seinem eigenen Zauber empfing.
Dieser Abschnitt ist auch der anspruchsvollste der Tour. Der Pfad führt stetig bergauf, teilweise sehr steil, und besteht größtenteils aus Wurzeln, Erde und Steinen. Vor allem bei feuchtem oder nassem Wetter ist hier besondere Vorsicht geboten. Einige Passagen sind rutschig und uneben – festes Schuhwerk ist in jedem Fall Pflicht. Wer hier mit einfachen Turnschuhen unterwegs ist, riskiert nicht nur nasse Füße, sondern auch schmerzhafte Ausrutscher.
Trotz der Anstrengung war dieser Abschnitt für uns einer der schönsten. Die Ruhe, die dichte Vegetation und der intensive Geruch von feuchtem Waldboden und Nadelholz ließen uns tief in die Natur eintauchen. Immer wieder boten sich kleine Lichtungen oder Blicke ins Tal, die uns motivierten, weiterzugehen.
Ein Vorteil der geringen Frequentierung: Man hat das Gefühl, ein wenig abseits der üblichen Touristenpfade unterwegs zu sein. Der Weg ist gut begehbar, aber wenig erschlossen – was das Wandererlebnis authentischer und ursprünglicher macht.
Der Gipfel: Steckenbergkreuz
Nach etwa einer Stunde Aufstieg erreichten wir schließlich das Steckenbergkreuz. Der Gipfel liegt auf etwa 1240 Metern Höhe und bietet eine herrliche Aussicht auf das Ammertal, den Laber und die umliegenden Gipfel der Ammergauer Alpen. Bei gutem Wetter kann man bis weit in die Alpenkette blicken – an diesem Tag zogen zwar ein paar Wolken auf, doch die Sicht war dennoch eindrucksvoll.
Wir legten eine kleine Pause ein, stärkten uns mit einer Brotzeit aus dem Rucksack und genossen die Ruhe. Es gibt am Gipfel einige Sitzgelegenheiten, und das Kreuz selbst ist ein beliebtes Fotomotiv. Natürlich nutzten wir die Gelegenheit auch für Aufnahmen mit der Drohne – die Perspektiven aus der Luft zeigen eindrucksvoll, wie abwechslungsreich das Gelände ist: von der schmalen Klamm bis zum ausgedehnten Wald und schließlich dem offenen Gipfelbereich.
Der Gipfel lädt dazu ein, einfach ein wenig zu verweilen. Die klare Bergluft, das leise Rauschen des Windes in den Baumwipfeln und das Gefühl, sich den Ausblick durch eigene Anstrengung verdient zu haben, machen diese Momente besonders intensiv.
Der Abstieg: Zurück durch den Wald zum Parkplatz
Nach etwa 30 Minuten begaben wir uns auf den Rückweg. Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg, den wir gekommen waren – durch den Wurzelwald, vorbei an moosbedeckten Steinen und umgestürzten Bäumen, zurück zur Schleifmühlenklamm und schließlich zum Parkplatz.
Besonders beim Abstieg ist Vorsicht geboten: Der Weg ist stellenweise steil, und die Wurzeln können bei Nässe sehr glatt sein. Wer hier übermütig wird oder sich nicht konzentriert, riskiert schnell einen Fehltritt. Mit der nötigen Achtsamkeit und gutem Schuhwerk ist der Rückweg aber problemlos machbar.
Nach etwa 45 Minuten standen wir wieder am Ausgangspunkt. Die Wanderung hatte uns einiges abverlangt, aber ebenso viel gegeben: Naturerlebnisse, Ruhe, Bewegung und viele schöne Eindrücke.
Fazit: Eine kurze, intensive Tour mit viel Abwechslung
Die gesamte Strecke beträgt etwa 4 Kilometer, der Höhenunterschied liegt bei rund 350 Metern im Auf- und Abstieg. Die reine Gehzeit beträgt rund zwei Stunden – wer jedoch, wie wir, viele Fotos macht, Videos aufnimmt oder einfach die Natur genießen möchte, sollte eher drei bis vier Stunden einplanen.
Besonders beeindruckt hat uns die Vielfalt der Eindrücke auf so kurzer Strecke: Vom idyllischen Kapellenweg über die wasserreiche Klamm bis hin zum stillen Wald und dem aussichtsreichen Gipfel bietet diese Tour alles, was man sich von einer gelungenen Halbtagswanderung wünschen kann.
Tipps für Nachahmer:
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Ausrüstung: Festes, wasserdichtes Schuhwerk ist ein Muss, insbesondere bei feuchtem Wetter. Wanderstöcke können beim Auf- und Abstieg hilfreich sein.
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Wetter: Die Klamm ist bei Regen besonders eindrucksvoll, aber der Weg zum Steckenbergkreuz wird dann anspruchsvoller. Bei Gewitter oder starkem Regen sollte man die Tour verschieben.
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Verpflegung: Es gibt unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten – ausreichend Wasser und eine kleine Brotzeit gehören in den Rucksack.
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Parken: Der Parkplatz an der Schleifmühle ist kostenpflichtig. Die EasyPark-App erleichtert die Verwaltung der Parkzeit erheblich.
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Fotografie: Die Klamm und der Gipfel bieten viele tolle Fotomotive – Kamera und/oder Drohne lohnen sich definitiv.
- Outdooractive: Hier findet Ihr den Link zu der Tour.
Diese Tour ist ideal für alle, die in relativ kurzer Zeit tief in die Natur eintauchen möchten, etwas Kondition mitbringen und die Abgeschiedenheit schätzen. Für Familien mit kleinen Kindern ist der Aufstieg zum Steckenbergkreuz eventuell zu anspruchsvoll, wer aber etwas Trittsicherheit mitbringt, wird mit einer eindrucksvollen Rundtour belohnt.
Wir kehrten am Nachmittag nach München zurück – müde, aber glücklich und erfüllt von einem Tag, der uns nicht nur körperlich gefordert, sondern auch geistig bereichert hatte.
