Ein Grusel-Guide zum Freitag, den 13.

Freitag, der 13. – für die einen ein Tag wie jeder andere, für die anderen ein Grund, lieber im Bett zu bleiben. Doch egal, wie man zu dem Aberglauben steht, eines ist sicher: München hat genug düstere Ecken und schaurige Legenden, um selbst hartgesottenen Skeptikern eine Gänsehaut zu verpassen.

Heute nehmen wir euch von hobbyfisch.de mit auf eine Reise zu den Orten, an denen die Stadtgeschichte ihren Atem anhält.

1. Der Galgenberg: Wo die Stadt ihr Urteil vollstreckte

Heute flanieren wir entspannt über die Theresienwiese oder durch das Szeneviertel Sendling. Doch blickt man ein paar Jahrhunderte zurück, war der Bereich rund um den heutigen Bavariaring ein Ort des Schreckens. Hier befand sich eine der Hinrichtungsstätten Münchens. Der „Rabenstein“, ein gemauertes Podest für Enthauptungen, stand weithin sichtbar. Man sagt, dass der Wind an stürmischen Nächten noch heute das Klappern der Ketten und das Flüstern der Unglückseligen über die Wiese trägt.

2. Der Jungfernturm: Das düstere Geheimnis der Stadtmauer

In der Nähe der heutigen Jungfernturmstraße stand einst ein Turm der zweiten Stadtbefestigung, der einen grausamen Ruf genoss. Die Legende besagt, dass sich im Inneren eine „Eiserne Jungfrau“ befand – ein Folterinstrument, das ungehorsame Bürger und vermeintliche Hexen verschlang. Historiker streiten zwar über die Existenz der Maschine, doch die Berichte über schaurige Schreie, die nachts aus dem Gemäuer drangen, halten sich in alten Chroniken hartnäckig. Heute erinnert nur noch ein Mauerrest an dieses dunkle Kapitel.

3. Die „Graue Frau“ vom Promenadenplatz

Mitten im schicken Zentrum, am Promenadenplatz, soll eine der bekanntesten Geistererscheinungen Münchens ihr Unwesen treiben. Es handelt sich um eine Adlige aus dem 18. Jahrhundert, die nach einem tragischen Liebesunglück keine Ruhe findet. Hotelangestellte und Nachtwächter berichteten über die Jahrhunderte hinweg immer wieder von einer schemenhaften Gestalt in grauen Gewändern, die lautlos durch die Korridore der umliegenden Palais schwebt und die Temperatur schlagartig sinken lässt.

4. Der Teufelstritt in der Frauenkirche

Kein Grusel-Guide ohne den Klassiker. Direkt im Eingangsbereich des Münchner Doms findet man einen schwarzen Fußabdruck im Boden. Die Legende besagt, der Teufel selbst habe hier gestanden und den Baumeister verspottet, weil dieser eine Kirche ohne Fenster gebaut habe (aus diesem speziellen Winkel sieht man tatsächlich keine Fenster). Als der Teufel den Irrtum bemerkte, stampfte er so wütend auf, dass sein Abdruck für immer im Stein blieb. Ein Ort, der bis heute eine seltsame Anziehungskraft ausübt.

5. Die Pest und der Lindwurm am Rathaus

Wenn ihr das nächste Mal vor dem Neuen Rathaus steht, schaut mal genau an die Ecke zur Wurmstraße. Dort klettert ein riesiger Drache – der Lindwurm – die Fassade empor. Er steht symbolisch für die Pest, die München mehrfach heimsuchte. Die Sage erzählt, dass der giftige Atem des Drachen die Krankheit in die Stadt brachte, bis mutige Schäffler (Fassmacher) mit ihrem Tanz die Bürger wieder aus den Häusern lockten und den Geist der Stadt belebten.

Fazit

München ist mehr als Weißwurst und Sonnenschein. Wer mit offenen Augen durch die Altstadt geht, findet an fast jeder Ecke eine Geschichte, die ein wenig Gänsehaut verursacht. Freitag, der 13., ist der perfekte Anlass, um diese Orte bei einem Abendspaziergang selbst zu erkunden – am besten mit einer Taschenlampe und einer Prise Mut im Gepäck.